Schimmel ist nun Sache des Vermieters

Das Landgericht in Berlin hat ein Urteil gefällt, mit dem es zukünftig nicht mehr so einfach ist Mietern die Schuld für Schimmelbildung in der Wohnung anzuheften. Der Deutsche Mieterbund stellt fest, dass in ca. 20% aller Haushalte Feuchtigkeit und Schimmel ein Problem darstellen. Somit ist bundesweit etwa jede 5. Wohnung von diesem Urteil betroffen.

Bisherige Praxis war, dass Vermieter ihre Mieter in der Pflicht gesehen haben die Ursachen der Schimmelbildung, etwa falsches Lüftungsverhalten, umzustellen und den Schaden zu beheben. Das nun gefällte Urteil des Berliner Landesgerichts (Az.: 65 S 400/15) entschied, dass sich der Vermieter nicht von seinen Pflichten befreit, indem er ein Merkblatt zum ordnungsgemäßen Lüften der Räumlichkeiten aushändigt. Der Vermieter ist auch weiterhin in der Gewährleistungspflicht für Schimmel und ähnliche Schäden.

Schimmel gilt dabei als Mangel, über den schriftlich zu informieren ist. Ein Sachverständiger sollte sich die Ursache der Schimmelbildung anschauen und sicherstellen, dass die Ursache nicht baubedingt ist. Baubedingte Ursachen können zum Beispiel undichte Stellen am Mauerwerk oder Dach sein, oder auch sogenannte Wärmebrücken. Erst wenn eindeutig geklärt ist, dass der Schaden nicht durch bauliche Mängel verursacht wurde, ist ggf. der Mieter in der Pflicht.

Mieter nur selten in die Pflicht zu nehmen

Selbst wenn ein Baumangel als Ursache für Schimmelbildung ausgeschlossen ist, kann die Verantwortung noch nicht direkt auf den Mieter abgewälzt werden. Sollte der Mieter mehrmals täglich Stoßlüften, die Feuchtigkeit aber dennoch Bestand haben, dann reicht dies nach wie vor nicht aus um den Mieter zu belangen. Auch kann z.B. nicht verlangt werden, dass Nachts die Schlafzimmertüren wegen besserer Luftzirkulation offen zu halten sind, so ein Gericht in Bochum.